Herzlich willkommen in Daiting !!!

Mehr Lebensqualität im Usseltal

Die Ortsdurchfahrt in Daiting wurde neu gebaut. Das anspruchsvolle Projekt verbessert die Verkehrssituation. Wie die Gemeinde davon profitiert. Von Helmut Bissinger

Vertreter der Gemeinde, Abgeordnete und Kreispolitiker weihten offiziell die neu gestaltete Ortsdurchfahrt in Daiting ein.

Foto: Bissinger

 

Fast ein Jahr war die Ortsdurchfahrt in Daiting eine Baustelle, jetzt durfte der Abschluss eines „herausragenden Projektes“ gefeiert werden. So nämlich bezeichnete Landrat Stefan Rößle die Maßnahme, die – wie Bürgermeister Roland Wildfeuer ergänzte – „die Lebensqualität im so schönen Daiting enorm verbessert“. Entlang der Ussel schlängelte sich die Kreisstraße DON24 durch den Ort: in marodem Zustand, viel zu eng und ohne durchgängigen Fußweg.

Das ist nun alles anders geworden: Der Landkreis hat die Fahrbahn auf sechs Meter verbreitert und einen 1,50 Meter breiten Fußweg verwirklicht. Dies sei nicht einfach gewesen, so der Landkreis-Chef, aber alle hätten mitgezogen. Einige Anlieger haben sogar Grund dafür abgetreten und dafür ihre Einfassungsmauern geopfert. Das Ergebnis: Nun ist entlang der Ussel zusätzlich eine Stützmauer entstanden. Viel fehlt nicht mehr, um sich – wie der Bürgermeister ankündigte – im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ der Konkurrenz stellen zu können. „Anspruchsvoll“, sowohl technisch wie auch finanziell, nannte Rößle die Maßnahme. Die Herausforderung für die Planer des Landratsamts: Die komplette, etwa 550 Meter lange Ortsdurchfahrt verläuft direkt entlang der Ussel. Weil auf der anderen Straßenseite Häuser stehen, war der Platz knapp. Zum Bach hin habe man eine Bohrpfahlwand errichten müssen. Die Betonpfähle wurden zum Teil mehr als sechs Meter in den Boden gerammt. Die Wand wurde auf einer Länge von insgesamt 440 Metern gebaut.

Ein wichtiges Thema bei der Planung und bei der Ausführung sei die Sicherheit gewesen. Sie sei nun für die Fußgänger und Schulkinder gewährleistet, so der Bürgermeister, „aber unser Appell an die Autofahrer ist: Die Bahn ist keine Rennstrecke“, meinte Landrat Rößle. Er bedankte sich bei den Anliegern der Straße, die viel Geduld aufbringen hätten müssen und Beeinträchtigungen geschluckt hätten. Ohne das Verständnis und das Entgegenkommen hätte das Vorhaben, das man seit drei Jahrzehnten verfolgte, nicht zu realisieren gewesen.

Damit sich die Region möglichst gleichmäßig positiv entwickle, investiere der Landkreis regelmäßig in Straßenbaumaßnahmen, betonte Rößle. Das sei schließlich enorm wichtig, um die Attraktivität zu halten oder gar zu steigern. In Daiting jedenfalls sei dies geglückt. „Erfreulich“ nannte es Rößle, dass man die kalkulierten Kosten halten habe können. „Heutzutage ist das nicht üblich“, fügte er an.

Das Projekt hat 1,66 Millionen Euro gekostet. 540000 Euro steuerte der Landkreis für die Straße bei, während die Kommune das Geld für den Gehweg in Höhe von 180000 Euro selbst aufwendete. 940000 Euro verschlang die Abstützwand zur Ussel: 82 Prozent davon übernahm nach Angaben Rößles der Landkreis. Die Regierung von Schwaben steuerte indes 55 Prozent aus Fördermitteln bei.

„Wir wissen jetzt, wofür wir die Kreisumlage bezahlen“, sagte Bürgermeister Wildfeuer. Allein hätte die Gemeinde mit ihrer schwachen Finanzkraft eine solche Maßnahme jedenfalls nicht stemmen können. Die neue Straße sei ein Grund dafür, um mit noch mehr Nachdruck ein Heimatbekenntnis abzulegen: „Wir fühlen uns wohl in Daiting“, rief er Kreis- und Gemeinderäten, Bürgermeistern und Abgeordneten zu. Den Segen für ein unfallfreies Fahren erbat Pfarrer Wolfgang Rauch.

Ein Wanderweg der Geschichte

Daiting plant ein Projekt, in dessen Zentrum ein neues Gebäude stehen soll.

In der Bindergasse in Daiting soll das alte Feuerwehrhaus durch einen Neubau ersetzt werden, in dem ein Unterrichtsraum und ein WC für Besucher des geplanten Geschichtswanderwegs eingerichtet werden. Es handelt sich um ein Leader-Projekt.
Foto: Widemann

 

Die kleine Gemeinde Daiting hat eine reiche Geschichte. Zum Teil sind die Spuren, die die Menschen in der Umgebung vor Jahrtausenden hinterlassen haben, noch zu sehen. Um dies der Bevölkerung der Region ins Bewusstsein zu rufen und Besucher nach Daiting zu locken, möchte die Kommune ein Projekt anpacken. Im Ortsbereich soll ein Geschichtswanderweg entstehen. Dafür hat sich der Gemeinderat einstimmig ausgesprochen.

Zentraler Punkt des Projekts soll ein kleines Gebäude sein. Dieses soll mitten in Daiting anstelle des alten und inzwischen baufälligen Feuerwehrhauses in der Bindergasse entstehen. Nach Auskunft von Bürgermeister Roland Wildfeuer soll das Bauwerk eine Art Unterrichtsraum und eine Toilette beinhalten. Beispielsweise Schulklassen oder andere Besuchergruppen könnten sich auf diese Weise zunächst mit der Materie vertraut machen und dann den Weg in etwa zwei Stunden ablaufen.

Das Konzept sehe vor, dass an verschiedenen Stationen Schautafeln aufgestellt werden. Diese beschäftigen sich mit den einzelnen Epochen und dem, was aus diesen erhalten geblieben oder überliefert ist. Dazu gehören dem Bürgermeister zufolge unter anderem die Bohnerzgruben, die Römerstraße, die Keltengräber und die geschleifte Burg Meilenhart.

Der Geschichtswanderweg inklusive Gebäude sollen als Leader-Projekt verwirklicht werden. Den entsprechenden Antrag werde man jetzt stellen, berichtet Wildfeuer. Sollte das Vorhaben genehmigt werden, würde von der EU und vom Freistaat eine Förderung von mindestens 50 Prozent fließen.

Das Bauwerk könnte im Rahmen des Neuausbaus der Bindergasse im Jahr 2018 oder 2019 hochgezogen werden.

Daiting kann Schulden senken – noch

In diesem Jahr werden einige Projekte verwirklicht. 

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt entlang der Ussel ist in Daiting heuer das größte Projekt. Die Gemeinde muss die Kosten für den Regenwasserkanal, die Trinkwasseranschlüsse, die Gehwege und die Straßenbeleuchtung tragen.
Foto: Wolfgang Widemann

Das größte Projekt, das heuer die Gemeinde Daiting anpackt, ist im Kernort nicht zu übersehen: Die Ortsdurchfahrt entlang dem nördlichen Ufer der Ussel wird komplett erneuert. Der Landkreis baut die Straße, die Kommune ist für alles andere zuständig. Obwohl auch noch ein paare andere Vorhaben in diesem Jahr verwirklicht werden, gelingt es nach Angaben von Bürgermeister Roland Wildfeuer der Gemeinde, ihre Schulden weiter zu reduzieren. Der Gemeinderat hat nun den Haushalt für 2016 einstimmig abgesegnet.

Der aktuelle Stand beim Projekt Ortsdurchfahrt sieht so aus: Eine Firma hat in den vergangenen Monaten im Auftrag der Kommune einen neuen Regenwasserkanal im Untergrund verlegt. Bis zum 1. Juli werden die Trinkwasser-Hausanschlüsse erneuert. Dann startet der Landkreis mit dem Straßenbau. Dazu muss eine Wand aus Bohrpfählen entlang der Ussel gesetzt werden. Die Kommune muss für die Straßenbeleuchtung und den Gehweg aufkommen. Unter dem Strich werde der Anteil der Gemeinde bei rund 200000 Euro liegen, so der Bürgermeister. Um die Hochwassergefahr in Daiting, die gerade während der Baumaßnahme größer ist, zu verringern, wird an der Ussel bachaufwärts in Richtung Hochfeld eine Art Regenrückhaltebecken gebaut. Soll heißen: Fällt Starkregen, sollen die Fluten in einer natürlichen Senke, die auch noch ausgebaggert wird, teilweise zurückgehalten und über einen Durchlass allmählich wieder in das Gewässer eingeleitet werden. „Damit können wir die Hochwasserspitzen etwas senken“, erläutert Wildfeuer. Die Maßnahme kostet etwa 50000 Euro.

Ein weiteres Projekt: Die frühere Ortsverbindungsstraße von Unterbuch in Richtung Itzing, die vor einiger Zeit von einer Ortsverbindungsstraße zu einem Feldweg abgestuft wurde, wird asphaltiert. Kosten: circa 40000 Euro. Heuer soll zudem die große Treppe, die zur Kirche in Hochfeld führt, erneuert werden. Die Kosten stehen noch nicht fest.

Die Situation bei den Einnahmen der Kommune haben sich nicht gerade verbessert. Zwar steigt der Anteil aus der Einkommenssteuer 2016 von 399000 auf fast 423000 Euro, jedoch fallen die Schlüsselzuweisungen (192000 Euro; minus 15 Prozent) und die Gewerbesteuer (geschätzt 70000 Euro) wohl niedriger aus. Gleichzeitig ist die Umlage, welche die Gemeinde an den Kreis bezahlen muss, in diesem Jahr um etwa 25 Prozent höher. Über 321000 Euro müssen hier überwiesen werden. 2015 waren es noch 256000 Euro).

Die Kommune will den Schuldenstand bis zum Jahresende von 413000 auf 341000 Euro senken. In den kommenden Jahren wird es laut Bürgermeister wieder in die andere Richtung gehen. Denn in Daiting stehen große und teure Vorhaben an. Zum einen muss die Kläranlage im Kernort saniert werden. Eine Studie dazu schlägt heuer mit 20000 Euro zu Buche. Weitere 20000 Euro kostet die Planung für die Sanierung der Bindergasse.

 

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Die Ussel soll verlegt werden - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Die-Ussel-soll-verlegt-werden-id25689941.html