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Entlang der Ussel entsteht eine Wand

Nun wird die Straße durch Daiting neu gebaut. Ein doppelt anspruchsvolles Projekt.

 

Die Straße auf der nördlichen Seite der Ussel in Daiting wird jetzt neu gebaut. Dazu muss entlang des Bachs eine Bohrpfahlwand errichtet werden. Am Montag erfolgte der offizielle Spatenstich.
Foto: Wolfgang Widemann

Die seit April gesperrte Ortsdurchfahrt in Daiting bleibt bis Sommer 2017 eine Baustelle. Nachdem die Gemeinde neue Kanal- und Wasserleitungen verlegt hat, erfolgte am Montag der offizielle Spatenstich für den Straßenbau. Die marode und (zu) enge Usseltalstraße wird komplett erneuert und verbreitert. Landrat Stefan Rößle sprach von einer „anspruchsvollen Maßnahme“ – sowohl technisch als auch finanziell.

Das Problem: Die komplette, etwa 550 Meter lange Ortsdurchfahrt verläuft direkt entlang der Ussel. Weil auf der anderen Straßenseite Häuser stehen, ist der Platz extrem knapp. Die einzig mögliche Lösung: Die Trasse wird verbreitert, indem zum Bach hin eine Bohrpfahlwand errichtet wird. Dies habe umfangreiche und komplexe Planungen zur Folge gehabt, so der Landrat, denn: „Man kann nicht einfach hergehen und ein Flussbett verändern.“

Die Betonpfähle werden zum Teil mehr als sechs Meter in den Boden reichen. Die Wand wird auf einer Länge von insgesamt 440 Metern gebaut. Dadurch wird es möglich, die Fahrbahn auf sechs Meter zu verbreitern. Zudem kann ein durchgehender Gehweg angelegt werden. Dies erhöht laut Bürgermeister Roland Wildfeuer beispielsweise die Sicherheit für Schulkinder auf dem Weg zur Bushaltestelle.

Die Kosten für das gesamte Projekt betragen rund zwei Millionen Euro. 1,6 Millionen Euro davon trägt der Landkreis, denn bei der Ortsdurchfahrt handelt es sich um eine Kreisstraße. Der Kreis ist im Wesentlichen für die Fahrbahn und die Pfahlwand zuständig. Auf die Gemeinde entfallen rund 400000 Euro für Kanal, Wasserleitungen, Gehweg und Straßenbeleuchtung. Die Arbeiten sollen bis Mitte 2017 abgeschlossen werden.

Problematisch könnte ein Hochwasser der Ussel während der Bauphase werden. Deshalb legt die Kommune oberhalb des Orts eine Art Rückhaltebecken an. Der Kreis übernimmt die Hälfte der Kosten dafür.

Rößle bedankte sich auch bei den Anliegern der Usseltalstraße, die einen Teil ihres Grunds für das Projekt abgetreten haben. Ohne diese Bereitschaft wäre das Vorhaben nicht möglich. Bürgermeister Wildfeuer zeigte sich „sehr zufrieden“, dass das in Daiting lange ersehnte Projekt jetzt endlich verwirklicht wird.

Rößle wiederum verwies darauf, dass der Landkreis zusammen mit dem 2012 vollendeten Ausbau der Kreisstraße östlich von Daiting insgesamt mehr als 3,5 Millionen Euro im Bereich der kleinen Kommune investiert. Dies sei Teil der Strategie, den gesamten Donau-Ries-Kreis zu stärken, „damit sich dieser möglichst gleichmäßig positiv entwickelt“.

 

Ein Wanderweg der Geschichte

Daiting plant ein Projekt, in dessen Zentrum ein neues Gebäude stehen soll.

In der Bindergasse in Daiting soll das alte Feuerwehrhaus durch einen Neubau ersetzt werden, in dem ein Unterrichtsraum und ein WC für Besucher des geplanten Geschichtswanderwegs eingerichtet werden. Es handelt sich um ein Leader-Projekt.
Foto: Widemann

 

Die kleine Gemeinde Daiting hat eine reiche Geschichte. Zum Teil sind die Spuren, die die Menschen in der Umgebung vor Jahrtausenden hinterlassen haben, noch zu sehen. Um dies der Bevölkerung der Region ins Bewusstsein zu rufen und Besucher nach Daiting zu locken, möchte die Kommune ein Projekt anpacken. Im Ortsbereich soll ein Geschichtswanderweg entstehen. Dafür hat sich der Gemeinderat einstimmig ausgesprochen.

Zentraler Punkt des Projekts soll ein kleines Gebäude sein. Dieses soll mitten in Daiting anstelle des alten und inzwischen baufälligen Feuerwehrhauses in der Bindergasse entstehen. Nach Auskunft von Bürgermeister Roland Wildfeuer soll das Bauwerk eine Art Unterrichtsraum und eine Toilette beinhalten. Beispielsweise Schulklassen oder andere Besuchergruppen könnten sich auf diese Weise zunächst mit der Materie vertraut machen und dann den Weg in etwa zwei Stunden ablaufen.

Das Konzept sehe vor, dass an verschiedenen Stationen Schautafeln aufgestellt werden. Diese beschäftigen sich mit den einzelnen Epochen und dem, was aus diesen erhalten geblieben oder überliefert ist. Dazu gehören dem Bürgermeister zufolge unter anderem die Bohnerzgruben, die Römerstraße, die Keltengräber und die geschleifte Burg Meilenhart.

Der Geschichtswanderweg inklusive Gebäude sollen als Leader-Projekt verwirklicht werden. Den entsprechenden Antrag werde man jetzt stellen, berichtet Wildfeuer. Sollte das Vorhaben genehmigt werden, würde von der EU und vom Freistaat eine Förderung von mindestens 50 Prozent fließen.

Das Bauwerk könnte im Rahmen des Neuausbaus der Bindergasse im Jahr 2018 oder 2019 hochgezogen werden.

Daiting kann Schulden senken – noch

In diesem Jahr werden einige Projekte verwirklicht. 

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt entlang der Ussel ist in Daiting heuer das größte Projekt. Die Gemeinde muss die Kosten für den Regenwasserkanal, die Trinkwasseranschlüsse, die Gehwege und die Straßenbeleuchtung tragen.
Foto: Wolfgang Widemann

Das größte Projekt, das heuer die Gemeinde Daiting anpackt, ist im Kernort nicht zu übersehen: Die Ortsdurchfahrt entlang dem nördlichen Ufer der Ussel wird komplett erneuert. Der Landkreis baut die Straße, die Kommune ist für alles andere zuständig. Obwohl auch noch ein paare andere Vorhaben in diesem Jahr verwirklicht werden, gelingt es nach Angaben von Bürgermeister Roland Wildfeuer der Gemeinde, ihre Schulden weiter zu reduzieren. Der Gemeinderat hat nun den Haushalt für 2016 einstimmig abgesegnet.

Der aktuelle Stand beim Projekt Ortsdurchfahrt sieht so aus: Eine Firma hat in den vergangenen Monaten im Auftrag der Kommune einen neuen Regenwasserkanal im Untergrund verlegt. Bis zum 1. Juli werden die Trinkwasser-Hausanschlüsse erneuert. Dann startet der Landkreis mit dem Straßenbau. Dazu muss eine Wand aus Bohrpfählen entlang der Ussel gesetzt werden. Die Kommune muss für die Straßenbeleuchtung und den Gehweg aufkommen. Unter dem Strich werde der Anteil der Gemeinde bei rund 200000 Euro liegen, so der Bürgermeister. Um die Hochwassergefahr in Daiting, die gerade während der Baumaßnahme größer ist, zu verringern, wird an der Ussel bachaufwärts in Richtung Hochfeld eine Art Regenrückhaltebecken gebaut. Soll heißen: Fällt Starkregen, sollen die Fluten in einer natürlichen Senke, die auch noch ausgebaggert wird, teilweise zurückgehalten und über einen Durchlass allmählich wieder in das Gewässer eingeleitet werden. „Damit können wir die Hochwasserspitzen etwas senken“, erläutert Wildfeuer. Die Maßnahme kostet etwa 50000 Euro.

Ein weiteres Projekt: Die frühere Ortsverbindungsstraße von Unterbuch in Richtung Itzing, die vor einiger Zeit von einer Ortsverbindungsstraße zu einem Feldweg abgestuft wurde, wird asphaltiert. Kosten: circa 40000 Euro. Heuer soll zudem die große Treppe, die zur Kirche in Hochfeld führt, erneuert werden. Die Kosten stehen noch nicht fest.

Die Situation bei den Einnahmen der Kommune haben sich nicht gerade verbessert. Zwar steigt der Anteil aus der Einkommenssteuer 2016 von 399000 auf fast 423000 Euro, jedoch fallen die Schlüsselzuweisungen (192000 Euro; minus 15 Prozent) und die Gewerbesteuer (geschätzt 70000 Euro) wohl niedriger aus. Gleichzeitig ist die Umlage, welche die Gemeinde an den Kreis bezahlen muss, in diesem Jahr um etwa 25 Prozent höher. Über 321000 Euro müssen hier überwiesen werden. 2015 waren es noch 256000 Euro).

Die Kommune will den Schuldenstand bis zum Jahresende von 413000 auf 341000 Euro senken. In den kommenden Jahren wird es laut Bürgermeister wieder in die andere Richtung gehen. Denn in Daiting stehen große und teure Vorhaben an. Zum einen muss die Kläranlage im Kernort saniert werden. Eine Studie dazu schlägt heuer mit 20000 Euro zu Buche. Weitere 20000 Euro kostet die Planung für die Sanierung der Bindergasse.

 

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Die Ussel soll verlegt werden - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Die-Ussel-soll-verlegt-werden-id25689941.html